2. Paarbrücke in Manching – Brückenschlag am 28.04.2026

Seit Monaten wird an der Paar zwischen Niederfelder Straße und Schulstraße am Ufer des Flusses in Manching gebaggert, betoniert, geschweißt und gebaut. Vor gut einem Jahr haben die Vorbereitungen zum Bau der zweiten Paarbrücke begonnen – jetzt konnte der sogenannte Brückenschlag vollzogen und gefeiert werden.

Unter den fachmännischen Blicken der beteiligten Baufirmen und anwesenden Ingenieuren wurde die in den letzten Wochen zusammengesetzte und verschweißte Stahlbrücke über die Paar und an ihren letztendlichen Platz gehoben. Dafür musste extra ein 650-Tonnen-Kran anrücken, um die 72 to schwere Konstruktion einzuheben. Nach gut 30 Minuten konnte die Brücke in die vorgesehenen Halterungen eingepasst und verschweißt werden. Mit diesem Moment wurde der Brückenschlag vollzogen.

Diesem Ereignis gingen Planungen voraus, die in Manching für viel Diskussionen bis hin zu einem Bürgerentscheid nach einem Ratsbegehren gesorgt haben. Noch nie hat ein Bauprojekt im Vorfeld für so viel Aufsehen, Diskussion und Zeitaufwand in der Verwaltung gesorgt.

Schon ab dem Jahre 1960 wurde damals im Gemeinderat über eine weitere Brücke zur Querung mit Fahrzeugen über die Paar diskutiert. Auch im Jahr 1985, in dem die Paarbrücke am Rathaus neu und breiter gebaut wurde, kam die Diskussion auf, die Behelfsbrücke aus Holz, zwischen Paarstraße und der damaligen Quick-Mix gleich als 2. Paarbrücke stehen zu lassen oder dort eine zweite zusätzliche Brücke zu bauen. „Jedoch hat man sich die Zufahrtskorridore in den Jahren ab ca. 1975 verbaut – leider wie man heute weiß – , sonst hätten wir heute eventuell eine Umfahrung von der Bahnhofstraße kommend, im Bereich des heutigen Bauhofes über die Paar, und im nördlichen Bereich der ehemaligen Quick-Mix am nördlichen Ortsende auf die Niederfelder Straße anschließend“, so Manchings 1. Bürgermeister Herbert Nerb in seiner Ansprache.

Er hob weiter hervor, dass im Rahmen der Planungen des Hochwasserschutzes 2020 klar wurde, dass der ehemalige Steg über die Paar 
110 m weiter flussabwärts, erhöht und somit neu gebaut oder entfernt werden muss. Ein Neubau war an Stelle des Stegs nicht umsetzbar, zudem hat das Extremhochwasser im Juni 2024 den Abriss unumgänglich gemacht.

Nach dem positiven Bürgerentscheid im Rahmen der Europawahl 2024 wurden die Planungen für die 2. Paarbrücke vorangetrieben. Die Bauarbeiten konnten im Juni 2025 beginnen, nachdem die Baustelle eingerichtet worden war. Die Fertigstellung der Brücke steht in den nächsten Wochen bevor, die Freigabe für alle Verkehrsteilnehmer wird wohl erst im Spätsommer 2026 erfolgen.

Die Kosten für den Brückenbau belaufen sich auf 2.080.000 Euro netto und lagen damit nur 30.000 Euro über den veranschlagten Kosten – eine nahezu punktgenaue Kalkulation. Hinzu kommen die Ausgaben für den Straßenbau sowie die Parkanlage. Insgesamt soll das Projekt letztlich 2,5 Millionen Euro netto kosten. An der Finanzierung des seitlich integrierten Geh- und Radwegs beteiligt sich auch der Freistaat Bayern, der den Neubau in Höhe der Hälfte eines neuen Stegs mitträgt, da der bisherige Fuß- und Rad-Steg nicht ersetzt werden konnte.

Laut Bürgermeister Herbert Nerb markiere der Brückenschlag einen symbolischen Höhepunkt. Er zeige, dass aus Planungen Realität, aus Diskussion Fortschritt werde und dass aus unterschiedlichen Meinungen am Ende etwas Gemeinsames entstehe. „In diesem Sinne: Möge diese Brücke nicht nur zwei Ufer verbinden, sondern auch uns als Gemeinschaft noch enger zusammenführen“, so Herbert Nerb abschließend.

Stand: 30.04.2026